Das Elbhangfest – am Hang

Das Elbhangfest liegt malerisch eingebettet am Dresdner Elbhang zwischen den Ortschaften Loschwitz und Pillnitz. Das Elbhangfest ist eine kulturvolle Wanderung quer durch fünf ehemalige Dörfer.

Loschwitz

Die Elbhangfest-Wanderung entlang des Hanges beginnt für viele mit dem Gang über die Brücke »Blaues Wunder« – heute ein faszinierendes technisches Denkmal. Am Elbufer unterhalb der Brücke finden Konzerte statt, werden Kinderwelten errichtet und laden Gastronomen ein.

Der Körnerplatz, der nach der Brücke folgt, empfängt Sie als das »Foyer« des Festes – mit Galerien, Cafés, Bräu­stübel und Stadtbezirksamt. Der alte Dorfplatz Loschwitz, mit seinem Joseph-Herrmann-Denkmal (»Senfbüchse genannt«) mausert sich an jedem letzten Juni-Wochenende zum Kulturzentrum und gastronomischen »Hotspot«. Traditionell findet in der Loschwitzer Kirche ein klassisches Eröffnungskonzert statt. Diese von George Bähr und Johann Christian Fähre gestaltete schöne Barock-Bau mit zentralem Turm wurde 1945 von Bomben zerstört und von 1991 bis 2006 wieder aufgebaut.

Mit der abzweigenden Fidelio-F.-Finke-Straße beginnt eine der schönsten Flaniermeilen des Festes. Sie führt vorbei an der Alten Feuerwache, hinter der das Jugenddorf Krachwitz der Jugend vieles bietet, was nicht immer laut sein muss, wie die beliebte »Silent Disco«. In einem der Gärten schräg gegenüber liegt versteckt das organisatorische Herz des Festes, das Vereins-Büro »Blaues Haus«. Weiter an Händlern, Straßenkünstlern, kleinen Bars und vielen Speisenangeboten gelangt man zum romantisch unter hohen Bäumen gestalteten Weindorf im Albert-Park.

Eine der architektonischen und kulturhistorischen Dominanten des Elbhanges ist das 1898 erbaute Künstlerhaus mit seinen sechzehn Ateliers, Arbeitsräumen und zwölf Wohnungen. Das hohe Gebäude atmet italienisches Flair und öffnet regelmäßig einige Ateliers.

Wachwitz

An der Pillnitzer Landstraße laden viele Privatgrundstücke zum Verweilen ein, so entstand in der Alten Weinpresse ein ganzjähriger »Kultursalon«. Am Weg vom Ufer zum höhergelegenen Dorfplatz lädt regelmäßig der Segelclub Wachwitz zu Geselligkeit und Segelfahrten auf der Elbe ein. Von hier aus ist der Dresdner Fernsehturm gut zu sehen.

Wer den Weg über den Hang wählen möchte, kann hinauf zur Königlichen Villa und über den »Königlichen Weinberg« nach Altwachwitz gelangen. Am »Roten Haus« beginnt die nach dem Opernsänger benannte Josef-Herrmann-Straße. Weiter die Straße Wachwitzer Weinberg hinauf geht es ins »Königliche Grundstück« mit dem »Rhododendronpark«, der heute zu den bedeutendsten Europas zählt.

Neben der Einmündung des Wachwitzgrundes gehört an der Pillnitzer Landstraße Freytags Weingarten zu den ältesten Häusern des Dorfes. Die Gastgeber pflegen eine romantische Besenwirtschaft, in der die Klavierschüler des Hauses konzertieren und eigener Wein der Lage Pillnitzer und Wachwitzer Königlicher Weinberg ausgeschenkt wird.

Als gefühlter geografischer Mittelpunkt des Elbhangfestes ist nun der Dorfplatz Altwachwitz erreicht, in dem noch der alte sorbische Rundling zu erkennen ist. Einige Fachwerkhäuser rund um die in historischer Anmutung gestaltete Bühne sind über 400 Jahre alt. Der kleine Brunnen auf dem Platz heißt im Volksmund »Elefantenbrunnen«, weil 1917 Sarrasanis Zirkuselefanten hier getrunken haben.

Im Talgrund etwas weiter landwärts lädt das Künstlerpaar Marion und Uwe Hempel auf das Grundstück ihres Atelier- und Wohnhauses, weitere private Spielstätten sind Wollnerstraße 3, die »Casa Casimir« an der Pillnitzer Landstraße und der »Pila-Baugarten«, wo die Weltenbummler, Bergsteiger und Reiseveranstalter Götz und Sabine Wiegand Künstler und Gäste in ihren Garten einladen.

Unten an der Pillnitzer Landstraße zwischen den Dorfkernen Wachwitz und Niederpoyritz etablierte sich die »Grottenwirtschaft« als eher hardrock-orientierter Straßenclub mit Blick zur Niederpoyritzer Elbfähre an der »Erbgerichtsklause«, einem Überbleibsel des einst stolzen Gasthofs »Erbgericht«.

Niederpoyritz und Hosterwitz

Das Dorf Niederpoyritz hat neben dem seit langem stattfindenden Kunst-, Antik- und Trödelmarkt entlang der Pillnitzer Landstraße drei kleine Festzentren. Im 1898 erbauten ehemaligen Oberen Gasthof befindet sich seit 2016 die »naturfarbenwerkstatt« von Anka Böthig, die sich mit einer reichen Palette von Ausstellungen, Klängen und Geschmack in das Fest einbringt.

In den »Gärten der Laubegaster Straße« geben sich Jazz- und Welt-Musiker vom Feinsten die Ehre, eingebettet in besonders liebevolle Gastfreundschaft der Anwohner. Regelmäßig öffnet auch Instrumentenbau Neumann seine Türen. Die Pension zur Königlichen Ausspanne und der Garten der Familie Wagner gehören zu den Adressen für Kenner, die es stiller mögen. Der Elbhangtreff. im und am alten Schulgebäude zeigt besonders spannende Programme mit und für Kinder und Jugendliche und lädt zum »Café Gustav« ein.

Hosterwitz beginnt am Kuckschebach, der im Bogen vom Hang herab vorbei am Gustavheim fließt. Dem südlichen Flair dieser Gegend huldigen sogar die Straßennamen – von der Van-Gogh- bis zur Leonardo-da-Vinci-Straße. Ein kulturelles Schwergewicht ist das Carl-Maria-von-Weber-Museum. Als authentischer Lebens- und Wirkungsort ist es das einzige Museum weltweit, das Carl Maria von Weber gewidmet ist.

Die Brockhaus-Villa und das Café Nestwerk gehören zu den geöffneten Grundstücken. In einer der ältesten einheimischen Besenwirtschaften – Weinbau Christian Decker – wird gern gemeinsam und von Männerchören gesungen. Um die Ecke lockt im Bodemerweg 3 traditionell der offene Garten bei Familie
Eckoldt mit romantischer Musik, Puppenspiel und einem Glas Wein im Freundeskreis.

Das markante Erkennungszeichen von Hosterwitz an der Elbe ist seine um 1500 geweihte Schifferkirche »Maria am Wasser«, hier und im zugehörigen Pfarrgarten schlägt das Hosterwitzer Elbhangfest-Herz am lautesten. Wenige Meter weiter öffnet sich der Blick zum Schloss über die zum Park hinführende Maille-Bahn, wo sich fliegende Musikanten und Stände tummeln und Reiterspiele die große Festwiese beleben.

Pillnitz

Im Jahr 1720 begann der Bau des Lust- und Sommerschlosses Pillnitz, eines der bedeutendsten Bauwerke des Dresdner Barocks. Die Vision Augusts des Starken war ein sächsisches Venedig, an der elbseitigen Freitreppe legten auch Gondeln an. Eine solche – die um 1800 gebaute Tritonengondel des Kurfürsten Friedrich August III. von Sachsen – ist im Park zu besichtigen. An der Freitreppe, eine grandiose Schiffstreppe, findet heute die »Wasserbühne« mit besonders auf Inklusion ausgerichteten Programmen begeisterte Zuhörer. Ein ganz besonderer Ort ist die benachbarte Löwenkopf­bastei aus dem 17. Jahrhundert – statt des früher darauf stehenden Lusthauses gibt es zum Fest Tische und Stühle und Gespräche mit Elbblick.

Zwischen Wasser- und Bergpalais lädt der Lustgarten zum Flanieren und Zuhören ein. Als Parkfest Pillnitz subsummiert(e) das Elbhangfest eine Vielzahl künstlerischer Aktionen im gesamten Park. Die Orangerie ist einer der wenigen wetterfesten Spielorte des Festes. Hier werden aus der reichen Künstler-Szene des Hanges gespeiste Ausstellungen und Performances gezeigt, umrahmt von Theater, Kammermusik und dem schon zur Tradition gewordenen »Tanz-Tee«.

Auf dem ehemaligen Schlossparkplatz und rund um die alte Wache findet der Pillnitzer Kunst- und Handwerkermarkt statt. Entlang des Fliederhofes mit den berühmten alten Bäumen mit den gedrehten Stämmen befindet sich das Weindorf mit Bühne und vielen einheimischen Winzern und Gästen.

In der 1830 geweihten Schlosskapelle und dem Kuppelsaal im Neuen Palais finden Konzerte in kleinem Rahmen statt. Die ansässigen Kulturstätten Schlossmuseum und Kunstgewerbemuseum Dresden öffnen ihre Tore und ermöglichen besondere Aktionen. Das Palmenhaus ist das eiserne Pillnitzer Pendant zur Brücke »Blaues Wunder« – allerdings schon rund dreißig Jahre eher – bereits 1861 – errichtet.

Auch im Dorf Pillnitz rund um den Schlosspark entwickeln sich jedes Jahr am letzten Juni-Wochenende zahlreiche kleine Festoasen. Fester Bestandteil des Pillnitzer Festgeschehens sind die ansässigen Gastronomen: Parkcafé, Schlosshotel, Einkehr am Palmenhaus und die Wipplersche Backwirtschaft. Auch die Freiwillige Feuerwehr öffnet ihr neues Gelände.

Räumlicher Schlusshöhepunkt des Festgeländes ist die Pillnitzer Weinbergkirche, entworfen vom Zwingerbaumeister Pöppelmann und 1725 geweiht. Gemeinsam mit ansässigen Winzern der umliegenden Weinberge bietet die IG Weinbergkirche auf diesem wunderschönen Platz inmitten unserer Kulturlandschaft (nicht nur zum Fest) ein zauberhaftes Markttreiben und Programm.

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