Das 7. Elbhangfest 1997

Am Vorabend des nunmehr 7. Elbhangfestes war es auf den Tag 300 Jahre her, dass August der Starke in Warschau zum neuen polnischen König gewählt wurde: am 27. Juni 1697 startete die sächsisch-polnische Personalunion. Fast 7 Jahrzehnte hatte sie Bestand, gebar Katastrophen wie den Nordischen Krieg, aber auch viel gegenseitigen Nutzen und sinnliche Stimulanz bis hin zum erstmals in Sachsen vorgeführten festlichen polnischen Schreittanz namens Polonaise. Als beide Länder Verlierer waren und geteilt, blieb immerhin eine gegenseitige Achtung, die Mitte des 19. Jahrhunderts Sachsen zum bevorzugten Exilland für Flüchtlinge der gescheiterten polnischen Aufstände werden ließ. Zeiten von Gemeinsamkeiten zwischen Sachsen und Polen.

An sie erinnerte das Motto:

Von der Chaise zur Polonaise
Nachbarn lassen bitten.

Das soll weit verstanden sein (nach eisigen bis kühlen Jahrzehnten der Vergangenheit kommen wir Nachbarn manchmal besser im Tanz-Schritt aufeinander zu). Und wer am Abend den direkten Gartennachbarn meint, ist auch am rechten Ort.

Aus dem Grußwort des Schirmherren, Herrn Erich Iltgen, MdL

… »Von der Chaise zur Polonaise – …« gemütlich soll es zum 7. Elbhangfest 1997 werden: Vom Sofa zum gemächlichen höfischen Prozessionstanz. Von Loschwitz bis Pillnitz wird es zahlreiche und die unterschiedlichsten Sitzgelegenheiten geben, die den Gästen Erholung und Bequemlichkeit versprechen. Auf der Festmeile wird zum Tanz aufgespielt.

»Nachbarn lassen bitten« dies gilt im Kleinen und im Großen: Das diesjährige Festmotto möchte den Nachbarschafts­gedanken, die Bürgernähe und die Spontanität – Kennzeichen des Elbhangfestes von Anbeginn an – erneut in den Mittelpunkt stellen. Ich freue mich, dass unsere polnischen Nachbarn in die vielfältigen Veranstaltungen des Elbhangfestes einbezogen werden. Aus heutiger Sicht erscheint es mir ganz besonders wichtig, die Beziehungen zu unserem unmittelbaren östlichen Nachbarn auszubauen und zu vertiefen.

Erich Iltgen, Präsident des Sächsischen Landtages

Umzug

Vor 300 Jahren wurde August zum polnischen König gewählt. Dies wurde als Anlaß für den in diesem Jahr nachgestalteten Krönungszug genommen. Mit einer lustig-ironischen Darstellung der Eigenschaften Augusts (die Blaublütigen mögen uns verzeihen) glänzte Rainer König. Begleitet wurde er durch die zeigefreudige Gräfin Kussel, gespielt von Angelika Zscháler sowie Graf Brühe (Olaf Böhme), Graf Henry (Stephan Uhlig), Hofnarr Traurig (Peter Flache), Oberzeremonienmeister (Alf Mahlo), Kammerherr Krone (Jörg Bretschneider), dem Tenor (Bemmes Jackpot) sowie Hofstaat und Gestüt.

Einer der Höhepunkte des Elbhangfestes, den sich auch Ministerpräsident Kurt Biedenkopf fest vorgemerkt hatte, war die Weihe der restaurierten Jehmlich-Orgel der Pillnitzer Weinbergkirche. Im von der Hosterwitzer Pfarrerin Ulrike Birkner-Kettenacker geleiteten Festgottesdienst übergab der Orgelbauer Ekkehard Groß einen symbolischen Orgelschlüssel an Kantor Günter Schubert, der daraufhin die übervoll besetzte Kirche mit Orgelklängen erfüllte. Christian Decker und Jochen Flade dankten seitens der »Interessen­gemeinschaft Weinbergkirche Pillnitz« den vielen an und im Umfeld der Orgelrestaurierung Engagierten, allen voran den Mitarbeitern der Orgelbaufirma Groß & Soldan aus Waditz bei Bautzen sowie der seit 1994 tätigen Orgelkommission.

Das Plakat zum 7. Elbhangfest 1997

Das Plakat zum 7. Elbhangfest 1997

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